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Sicherheitsbeauftragter

Definition

Es handelt sich hierbei um jede vom Arbeitgeber bezeichnete Arbeitskraft, die den Arbeitgeber dabei unterstützt, seinen gesetzlichen Verpflichtungen nachzukommen, wenn es darum geht, die Arbeitnehmer vor arbeitsbedingten Gefahren zu schützen und diese zu vermeiden.

Es ist wichtig, die Funktion des Sicherheitsbeauftragten ("travailleur désigné") nicht mit der des "délégué à la sécurité" zu verwechseln. Der "délégué à la sécurité" wird von der Personaldelegation entweder aus den eigenen Reihen oder aus dem gesamten Mitarbeiterstab ausgewählt und beschäftigt sich mit allen die Sicherheit am Arbeitsplatz betreffenden Gesichtspunkten.

AUFGABEN

Das Gesetz vom 17. Juni 1994 verpflichtet den Arbeitgeber dazu, alle erforderlichen Maßnahmen für die Sicherheit und den Gesundheitsschutz seiner Arbeitnehmer zu treffen:

  • Vermeidung von Risiken
  • Abschätzung nicht vermeidbarer Risiken
  • Gefahrenbekämpfung an der Quelle
  • Berücksichtigung des Faktors „Mensch“ bei der Arbeit, insbesondere bei der Gestaltung von Arbeitsplätzen sowie bei der Auswahl von Arbeitsmitteln und Arbeits- und Fertigungsverfahren
  • Berücksichtigung des Stands der Technik
  • Ausschaltung oder Verringerung von Gefahrenmomenten
  • Planung der Gefahrenverhütung mit dem Ziel einer kohärenten Verknüpfung von Technik, Arbeitsorganisation, Arbeitsbedingungen, sozialen Beziehungen und Einfluss der Umwelt auf den Arbeitsplatz
  • Vorrang des kollektiven Gefahrenschutzes vor individuellem Gefahrenschutz
  • Erteilung geeigneter Anweisungen an die Arbeitnehmer.

ANZAHL UND QUALIFIKATIONSANFORDERUNGEN

Die großherzogliche Verordnung vom 9. Juni 2006 gliedert die Unternehmen auf der Grundlage ihrer Mitarbeiterzahl in 7 verschiedene Kategorien. Von diesen Kategorien hängt u.a. ab, über welche Qualifikation, Grundausbildung und Berufserfahrung die Sicherheitsbeauftragten verfügen müssen (siehe Tabelle rechts).

Der Sicherheitsbeauftragte muss über ausreichend Zeit verfügen, um seine gesetzlich vorgesehenen Pflichten erfüllen zu können. Dieses Zeitpensum wird in der großherzoglichen Verordnung vom 9. Juni 2006 auf der Grundlage der an einem spezifischen Standort beschäftigten Arbeitnehmer und der Anzahl der ausgewiesenen risikobehafteten Arbeitsplätze festgelegt.

Die Anzahl der Sicherheitsbeauftragten wird dementsprechend auf der Grundlage der erforderlichen Zeit definiert (ein Sicherheitsbeauftragter pro 8-stündigem Arbeitsaufwand pro Tag).

In Betrieben mit weniger als 49 Beschäftigten kann der Arbeitgeber die Funktion des Sicherheitsbeauftragten auch selber wahrnehmen, sofern er über die oben definierte Zeit und die erforderliche Qualifikation und Ausbildung verfügt.

ERNENNUNG

Die Ernennung des Sicherheitsbeauftragten erfolgt, vorzugsweise schriftlich, durch den Arbeitgeber. Dieser kann jedoch keinen Mitarbeiter dazu zwingen, die Funktion eines Sicherheitsbeauftragten anzunehmen. Der Betriebsrat, falls dieser besteht, muss über die Ernennung informiert werden.

Die Ernennung ist erst dann wirksam, wenn:

  • Die Ernennung formell erfolgt ist (vorzugsweise schriftlich)
  • Die Bedingungen hinsichtlich der Grundqualifikation und der Fachausbildung zum Sicherheitsbeauftragten erfüllt sind

AUSBILDUNG

Die Ausbildung umfasst eine Grundausbildung, eine Fachausbildung sowie regelmäßige Zusatzschulungen. Die Anzahl der Schulungsstunden wird in der großherzoglichen Verordnung vom 9. Juni 2006 festgelegt und reicht von 12 Stunden für die Kategorie A bis zu 166 Stunden für die Kategorie D2. Eine Übersicht über diese Stundenanzahl finden Sie im Dokument „Ausbildung", das Ihnen auf der rechten Seite zum Download zur Verfügung steht.

Das genaue Schulungsprogramm der einzelnen Unternehmenskategorien kann im Ministerialbeschluss vom 18. Juli 2007 nachgelesen werden.

ZUSAMMENARBEIT MIT DER ASTF

Der Sicherheitsbeauftragte ist die bevorzugte Kontaktperson der ASTF für alle Fragen, die in seinen gesetzlich definierten Zuständigkeitsbereich fallen. Der Sicherheitsbeauftragte kann daneben jederzeit auf die Fachkräfte der ASTF (GesundheitHygiene, ErgonomieSicherheitAusbildung) zurückgreifen.