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Der Bildschirmarbeitsplatz

Im Dienstleistungssektor bewirkt die fortwährende Modernisierung der Informationstechnologien eine ständige Veränderung der Gewohnheiten, der Betriebsabläufe und der Gestaltung der Arbeitsumgebung und der Arbeitsmittel. Die Verwendung eines Computers, und die damit einhergehende regelmäßige Benutzung eines Bildschirms, sind für die Mehrzahl der Arbeitsplätze Normalität.
Es ist daher wichtig, bereits bei der Planung der Arbeitsbereiche an die potenziellen Gefahren zu denken, die mit diesen Arbeitsplätzen verbunden sein können. Alle ergonomischen Antworten auf die mit dem jeweiligen Posten verbundenen Anforderungen müssen in die Gestaltung des Arbeitsbereichs mit einfließen. Das ganze Konzept sollte auf das allgemeine Wohlbefinden des arbeitenden Menschen ausgerichtet sein.

Wir werden im Folgenden genauer auf folgende Themen eingehen:

  • Gestaltung des Arbeitsbereichs in Abhängigkeit von der jeweiligen Tätigkeit 
  • Anordnung der Arbeitsfläche und der technischen Hilfsgeräte
  • Arbeitsumgebung im Hinblick auf die Beleuchtung und das Raumklima

Die Bildschirmarbeit ist Gegenstand der großherzoglichen Verordnung vom 4. November 1994 über die Mindestvorschriften bezüglich der Sicherheit und des Gesundheitsschutzes bei der Arbeit an Bildschirmgeräten. Im Anhang dieser Verordnung werden die Mindestanforderungen festgelegt, die bei der Gestaltung von Bildschirmarbeitsplätzen zu berücksichtigen sind. 

ARBEITSBEREICH 

Der Bildschirmarbeiter ist Teil eines komplexen Arbeitssystems. Es ist wichtig, darauf zu achten, dass sein Arbeitsbereich, die Gestaltung, Anordnung und Einstellung seiner Arbeitsinstrumente ihm die Möglichkeit lassen, seine Haltung bei der Arbeit immer wieder zu verändern und an seine individuellen Bedürfnisse anzupassen. 
Ein lascher Umgang mit den Grundregeln der Ergonomie kann zu einer übermäßigen Beanspruchung der Sehfähigkeit und des Muskel-Skelett-Apparates dieses Arbeiters führen, die sich durch Sehmüdigkeit und Muskelverspannungen, insbesondere im Nacken-, Schulter- und Rückenbereich ausdrückt.

Hier einige praktische Tipps, um diesen möglichen Überlastungen entgegenzuwirken: 

1. Sehapparat

  • Gönnen Sie Ihren Augen eine Ruhepause, indem Sie die Arbeit am Bildschirm regelmäßig unterbrechen: selbst kleine Pausen von 5 Minuten tun den Augen schon richtig gut. Diese Pausen können für andere Arbeitstätigkeiten genutzt werden: Erledigen Sie Ihre Telefongespräche, indem Sie z.B. nach draußen oder in den hintersten Teil Ihres Büros blicken;
  • Stellen Sie Ihren Computer so auf, dass der Sehabstand zwischen Ihnen und dem Computer 50 bis 80 cm beträgt und dass der obere Bildschirmrand nicht über Ihrer Augenhöhe liegt;
  • Spiegelungen und Blendungen können dadurch vermieden werden, dass an sonnigen Tagen die vorgesehenen Lichtschutzvorrichtungen benutzt werden;
  • Vermeiden Sie Bildschirmflimmern, indem Sie Leuchten und anderes elektrisch geladene Material fern halten;
  • Vermeiden Sie dunkle Hintergrundfarben. Besser ist ein heller Hintergrund und dunkle Schriftzeichenfarben;
  • Achten Sie darauf, nicht zu viele Farben zu benutzen. Verwenden Sie nicht mehr als 3 verschiedene Farben auf dem Bildschirm, Hintergrundfarben und Schriftzeichenfarben einbegriffen;
  • Sorgen Sie für eine ausgewogene Beleuchtung Ihres Arbeitsplatzes.

2. Muskel-Skelett-Apparat

  • Halten Sie vor dem Bildschirm eine Fläche von 10 bis 15 cm frei, damit Hände und Unterarme ruhen können;
  • Verändern Sie regelmäßig Ihre Haltung und nutzen Sie alle Gelegenheiten um aufzustehen und sich in Ihrem Büro zu bewegen;
  • Vermeiden Sie verkrampfte und physiologisch ungünstige Haltungen. Vermeiden Sie es, den Kopf seitwärts zum Bildschirm drehen zu müssen, während die Tastatur gerade vor Ihnen liegt, versperren Sie den Freiraum für Ihre Beine nicht mit unnützen Gegenständen zu (z.B. Papierkorb, Handtasche usw.)
  • Achten Sie darauf, dass Ihr Bürostuhl richtig an Ihren Arbeitstisch und an Ihre Größe angepasst ist.
  • Stellen Sie sicher, dass Sie hinter Ihrem Arbeitsplatz über einen Freiraum verfügen, der mindestens 100 cm tief ist.

Moderne Büroausstattungen setzen heute immer mehr auf verstellbare, modulare Elemente, die ein häufiges Wechseln der Arbeitsposition ermöglichen.

ARBEITSFLÄCHE

Die großherzogliche Verordnung vom 4. November 1994 über die Mindestvorschriften bezüglich der Sicherheit und des Gesundheitsschutzes bei der Arbeit an Bildschirmgeräten sieht folgende Mindestanforderungen vor:

  • der Arbeitstisch oder die Arbeitsfläche müssen reflexionsarm sein,
  • die Arbeitsfläche muss ausreichend groß sein und eine flexible Anordnung des Bildschirms, der Tastatur, der Dokumente und der sonstigen Arbeitsmittel ermöglichen.

Um diese Anforderungen bezüglich der Größe der Arbeitsfläche umzusetzen, wird die Nettofläche in Abhängigkeit von der jeweiligen Tätigkeit des Arbeitnehmers und des Büromaterials, das er für die Verrichtung seiner Arbeit benötigt, berechnet. 

Größe der Arbeitsfläche

Allgemein und um den Vorschriften der großherzoglichen Verordnung Rechnung zu tragen, sollte die Arbeitsfläche eines Bildschirmarbeitsplatzes mindestens 160 cm breit und mindestens 80 cm tief sein. 
In den letzten Jahren wurden die Kathodenbildschirme, die durch ihre Größe und ihr Volumen viel Platz einnahmen, systematisch durch Flachbildschirme ersetzt. So sind heute Arbeitsflächen von 80 cm, die bei den Kathodenbildschirmen noch unzureichend waren, heute durchaus angemessen.

Höhe der Arbeitsfläche

Generell unterscheidet man zwischen: 

  • unverstellbaren Arbeitsflächen

Wissenschaftliche Studien haben erwiesen, dass bei Sitzarbeitsplätzen eine Höhe von 75 cm für die Arbeitsfläche für einen Großteil der Arbeitnehmerschaft angemessen ist. Zieht man die durchschnittliche Tastaturhöhe von 3 cm ab, so verbleibt für Computertätigkeiten eine Höhe von 72 cm. Heutzutage ist die Höhe der Arbeitsfläche, außer auf Sonderanfrage, fabrikmäßig auf 72 cm eingestellt. 

Des Weiteren sind heute alle Arbeitstische mit Zahnradsystemen ausgestattet, durch die sie in der Höhe an die Bedürfnisse ihres Benutzers sowie auch an eventuelle Bodenunebenheiten angepasst werden können. Die festen Höhen dieser Arbeitsflächen liegen zwischen 68 cm und 75 cm.

  • höhenverstellbaren Arbeitsflächen

Früher wurde im Stehen gearbeitet. Heute überwiegen dagegen Arbeiten in sitzender Position. Eine nur scheinbare Verbesserung, denn unser Körper ist nicht dafür geschaffen, den ganzen Tag über zu sitzen. Im Dienstleistungsbereich leiden Arbeitnehmer daher oft unter Muskel-Skelett-Erkrankungen. Um diesen entgegenzuwirken, sollte die Haltung bei der Arbeit oft verändert werden, d.h. man sollte seine Arbeit abwechselnd im Sitzen und im Stehen verrichten. Die Hauptanforderung an die Arbeitsfläche ist dabei eine angemessene Höhenregelung, die zwischen 65 cm und 130 cm liegen sollte.

Oberfläche der Arbeitstische

Diese Oberfläche muss reflexionsfrei sein. Die Arbeitsfläche sollte matt sein und auf zu starke Kontraste mit den anderen Bestandteilen des Arbeitsplatzes und der Arbeitsumgebung verzichten. Des Weiteren dürfen keine scharfen Kanten oder Ecken vorhanden sein. 

BÜROSTUHL

Die großherzogliche Verordnung vom 4. November 1994 über die Mindestvorschriften bezüglich der Sicherheit und des Gesundheitsschutzes bei der Arbeit an Bildschirmgeräten legt in ihren Mindestanforderungen fest, dass der Bürostuhl: 

  • standfest sein muss
  • dem Benutzer ausreichend Bewegungsfreiheit einräumen muss
  • dem Benutzer eine komfortable Sitzhaltung ermöglichen muss
  • höhenverstellbar sein muss
  • über eine Rückenlehne verfügen muss, die sowohl höhenverstellbar als auch neigbar ist

Sofern diese Grundbedingungen erfüllt sind, kann der ergonomische Wert von Bürostühlen durch einige Zusatzvorrichtungen noch verbessert werden:

  • das fünfarmige Fußkreuz ist mit Stuhlrollen ausgestattet, die an die Beschaffenheit des Fußbodenbelags angepasst sind, um die Beweglichkeit des Stuhl sicherzustellen
  • die Rückenlehne verfügt über eine höhenverstellbare Bandscheibenstütze
  • die obere Kante der Rückenlehne befindet sich in der Mitte des Schulterblattes ihres Benutzers
  • falls Armlehnen verfügbar sind, sind diese sowohl in der Höhe als auch im Abstand zueinander und in der Richtung verstellbar, ihr Ende ist gepolstert und abgerundet
  • die Sitztiefe ist verstellbar
  • der Stuhl verfügt über ein Synchron-Einstellungssystem
  • der Stuhlbenutzer wird mit den individuellen Einstellungsmöglichkeiten seines Stuhls vertraut gemacht

FUßSTÜTZE

Kleinere Menschen, die an einem nicht verstellbaren oder an einem begrenzt höhenverstellbaren Arbeitstisch arbeiten, finden es oft schwierig, eine korrekte Haltung für Beine und Füße zu finden. Sie schaffen es nicht, den Boden zu berühren und gleichzeitig Ober- und Unterschenkel in einem rechten Winkel zu halten. In diesem Fall muss eine Fußstütze zur Verfügung gestellt werden. 
Eine an das Arbeitssystem angepasste Fußstütze sollte folgende Merkmale aufweisen:

  • die Fußstütze muss bis mindestens 11 cm über dem Fußboden verstellbar sein• die Oberfläche muss zwischen 5°und 15° neigbar sein
  • Mindestbreite 45 cm 
  • Mindesttiefe 35 cm
  • rutschfeste Oberfläche

EINGABEGERÄTE

Bildschirm

Der Bildschirm ist heute fester Bestandteil der Arbeitsausstattung. Er sollte dreh- und neigbar sein, um sich an die Bedürfnisse des Benutzers anzupassen. Heutzutage werden die alten Kathodenbildschirme systematisch durch Flüssigkristall-Flachschirme ersetzt. Diese waren zunächst nur monochrom und von kleinem Format und wurden aufgrund ihres geringen Energieverbrauchs oft bei Taschenrechnern und Uhren eingesetzt; heute können zahllose Farben angezeigt werden und die Größe schon mal über einen Meter Bilddiagonale hinausgehen. In den meisten Anwendungen hat er die Kathodenschirme verdrängt, außer bei einer hohen Bildschirmauflösung, wenn die Farbpalette ganz präzise und genau sein muss, oder in schwierigen Umgebungen.
Flüssigkristall-Bildschirme (Liquid Crystal Display, LCD) weisen im Vergleich zu den Kathodenbildschirmen gleich mehrere Vorteile auf:

  • keine Strahlungen: Obwohl die von Kathoden-Schirmen ausgehenden elektromagnetischen Felder sehr gering und unbedenklich für die Gesundheit der Benutzer sind, haben LCD-Bildschirme den Vorteil, dass sie fast keine elektromagnetischen Emissionen abgeben.• platzsparend,
  • geringere Wärmeabgabe. Gerade diese Eigenschaft macht sie für Großraumbüros sehr interessant.

Die Wahl des Ortes, an dem der Bildschirm im Verhältnis zur Position des Benutzers aufgestellt wird, spielt bei der ergonomischen Gestaltung des Arbeitsplatzes eine fundamentale Rolle. Folgende Kriterien sind zu beachten:

  • der Bildschirm muss vor dem Benutzer in dessen zentraler Blickachse stehen
  • die Position des Bildschirms wird so ausgesucht, dass der Schirm zwischen zwei Leuchtbändern steht
  • die Blickachse verläuft parallel zu den Tageslichtquellen
  • der Sehabstand zwischen Benutzer und Schirm beträgt 50 bis 80 cm
  • die erste lesbare Zeile auf dem Bildschirm darf nicht über der Augenhöhe des Benutzers liegen. Da die physiologische Blickachse leicht nach unten tendiert, sollte der Bildschirm sich dieser Bewegung anpassen um den Sehapparat nicht unnötig zu belasten.

Tastatur und Maus

Tastatur und Maus sind die klassischen Eingabegeräte. Die gesetzlichen Regelungen sehen vor, dass Bildschirmarbeitsplätze mit einer beweglichen und vom Bildschirm getrennten Tastatur ausgestattet sein müssen. Dadurch kann der Sehabstand so eingestellt werden, dass er vom Nutzer als angenehm empfunden wird. Auch die Position der Tastatur kann so auf die Arbeitsprozesse abgestimmt werden.

  • Vor der Tastatur muss ausreichend Platz vorhanden sein, damit die Hände während der Schreibpausen abgelegt werden können.
  • Die Tastatur muss geneigt sein
  • Die Symbole auf den Tasten sind leicht lesbar und reflexionsfrei

Arbeitsprogramme

Die Benutzer müssen darauf hingewiesen werden, dass sie mehrere Parameter, wie beispielsweise Buchstabengröße, Kontrast, Helligkeit und Hintergrundfarben selbst einstellen können.
Was die Verwendung von Farben in den einzelnen Arbeitsprogrammen anbelangt, so gilt hier deutlich: Weniger ist mehr. Einige Farben sind auch untereinander nicht kompatibel: Aufgrund ihrer unterschiedlichen Wellenlängen werden sie als Relief wahrgenommen.
Eine gute EDV-Schulung ist da Gold wert und bedeutet für Benutzer eine deutliche Zeitersparnis!

Arbeitsutensilien

Die Arbeitsutensilien sollten so angeordnet sein, dass sie mit dem Unterarm leicht erreichbar sind. Außerdem sollten sie auf der logischen Seite aufgestellt sein (z.B. Telefon rechts).
Je nach Arbeitsanforderung müssen die Utensilien anders aufgestellt sein. Besteht die Arbeit beispielsweise in der reinen Datenerfassung, dann ist es leichter, das Dokument rechts neben dem Bildschirm auf einem Vorlagenhalter abzulegen.

Vorbeugung

Pausen sollten genutzt werden, um aufzustehen und einige Schritte hin und herzugehen um die statische Muskulatur zu entspannen. Genau so wichtig ist es, die Augen ab und zu in die Ferne schweifen zu lassen, um die Akkommodation zu verändern, und die Fenster zu öffnen, um den Raum zu lüften.
Im Bereich der Prävention kann ein Besuch beim Arbeitsmediziner helfen, bis dahin unerkannte Sehstörungen aufzudecken oder festzustellen, dass die Brillenstärke ungeeignet ist.

Umgebungsfaktoren

Die richtige Beleuchtung ist ein wichtiger Bestandteil eines ergonomischen Arbeitsplatzes: Leuchten mit niedriger Leuchtdichte, ausreichende Luxzahl, Schreibtischlampen, nicht reflektierendes Mobiliar, Rollos an den Fenstern…all dies sind augenschonende Maßnahmen, die sich lohnen.
Die Bürotemperatur sollte idealerweise um die 20°C liegen. Die relative Luftfeuchtigkeit sollte um die 40% liegen, wobei diese Zahl jedoch aufgrund der durch Klimaanlagen trockneren Luft selten erreicht wird.
Seit Rauchen in den Büros verboten ist, hat sich die Luftqualität deutlich verbessert, Tabak ist in Innenräumen der Luftverschmutzer Nummer 1. Auch Fotokopier- und Faxgeräte sollten aus diesem Grunde aus den Büroräumen verbannt werden.
In Bezug auf die Lärmbelastung geht man davon aus, dass konzentriertes Arbeiten einen Geräuschpegel von höchstens 55 dBA zulässt. Auch hier ist es von Vorteil, Fax- und Photokopiergerät und Drucker aus dem Büroraum zu entfernen. Die Telefone auf Mindestlautstärke einstellen und PC-Prozessoren unter den Arbeitstisch stellen sind weitere hilfreiche Tipps!