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Vorbeugung kardiovaskuärer erkrankungen

Bei den Gesundheits-Check-Ups der ASTF wird das Hauptgewicht vor allem auf die Prävention kardiovaskulärer Erkrankungen gelegt. Im Rahmen eines Gespräches mit dem Arzt werden die Risiken einer kardiovaskulären Erkrankung bestimmt und besprochen.
Das „National Heart Institute“ betreut seit 1948 eine Bevölkerung von rund 5.000 Personen aus der Ortschaft Framingham, um die bis dato weitestgehend unbekannten Faktoren, die für kardiovaskuläre Erkrankungen verantwortlich sind, zu bestimmen. Die Untersuchung befindet sich mittlerweile in der dritten Generation und hat folgende Risikofaktoren ermittelt:
Man unterscheidet zwei Gruppen von Risikofaktoren: Zu den klassischen kardiovaskulären Risikofaktoren zählen diejenigen, deren Vorhersagekraft weitestgehend nachgewiesen ist:

  • Alter und Geschlecht
  • Familiäre Vorbelastung
  • Rauchen
  • Bluthochdruck
  • Dyslipidemie
  • Diabetes
  • Übergewicht
  • Bewegungsmangel
  • Ernährungsfaktoren.

Daneben gibt es eine Reihe von Faktoren, die noch überprüft werden und die noch nicht in breitem Umfang zur Anwendung kommen, wie z.B. Homocystein oder C-reaktives Protein. Und die Liste ist noch lange nicht vollständig. Wir wollen an dieser Stelle nicht auf diese Risikofaktoren eingehen.

Alter und Geschlecht

Das Herz-Kreislauf-Risiko steigt natürlich mit zunehmendem Alter. Unter 50 Jahren ist der Mann deutlich stärker gefährdet als die Frau, nach den Wechseljahren pendelt sich das Risiko der Frau jedoch schrittweise auf dem Niveau des Mannes ein.

Familiäre Vorbelastung

Berücksichtigt werden hier nur Herz-Kreislauferkrankungen, die frühzeitig bei einem Verwandten ersten Grades aufgetaucht sind, d.h. beim Vater vor dessen 55. Lebensjahr und bei der Mutter vor deren 65. Lebensjahr.

Rauchen

Raucher haben im Verhältnis zu Nichtrauchern ein dreifach erhöhtes Risiko, an einem Herzleiden zu erkranken. Die größten Risiken sind Herzinfarkt und plötzlicher Tod durch Herz- und Kreislaufversagen.

Bluthochdruck

Allgemein geht man davon aus, dass das Risiko bei einem Blutdruck unter 130/85 mm HG gering ist..

Fetstoffwechselerkrankungen

Das LDL-Cholesterin

Es handelt sich hierbei um die hauptsächliche Transportform von Cholesterin im Organismus. Der LDL-Cholesterin-Spiegel sollte so niedrig wie möglich gehalten werden. Der ideale Zielwert hängt dabei jedoch auch vom Vorhandensein anderer Risikofaktoren ab.

Das HDL-Cholesterin

HDL ist für den Rücktransport des Cholesterins von den Gefäßen zu den Ausscheidungsorganen verantwortlich. Ein hoher Anteil an HDL hat eine schützende Wirkung und der Spiegel sollte bei mindestens 40 mg/100 ml liegen.

Diabetes

Durch eine Diabeteserkrankung ist das Herz-Kreislauf-Risiko bei der Frau dreimal, beim Mann zweimal höher als normal. Eine regelmäßige Überprüfung des Blutdrucks, der Blutfettwerte, des Gewichts sowie regelmäßige Bewegung sind in diesem Falle unerlässlich.

Übergewicht

Übergewicht wird global auf der Grundlage des Body-Mass-Index (BMI) bewertet:

  • BMI 20-25 → Normalgewicht
  • BMI 25-30 → leichtes Übergewicht
  • BMI 30-40 → Übergewicht
  • BMI > 40 → krankhaftes Übergewicht

Ab einem BMI von 25 erhöht sich das koronare Risiko, teilweise jedoch durch die Auswirkung des Übergewichts auf die anderen Risikofaktoren wie Bluthochdruck, Diabetes und Dyslipidemie.
Auch die Fettverteilung hat einen großen Einfluss auf das Herz-Kreislauf-Risiko: das Risiko steigt vor allem mit dem Bauchumfang. Als bedenklich gilt bei Männern ein Bauchumfang von > 102 cm und bei Frauen ein Bauchumfang von > 88 cm.

Stressfaktor

In der "Interheart" Studie konnte ganz klar ein Zusammenhang zwischen beruflichem, familiärem oder finanziellem Stress und Herzinfarkt bewiesen werden. Laut dieser Studie ist der Stressfaktor verantwortlich für 37% der Anzahl der Herzinfarkte. Das setzt ihn auf die gleiche Stufe wie Tabak, Diabetes, Uebergewicht und Bluthochdruck was die Vorbeugung der Herz- Kreislaufkrankheiten anbelangt.

Ernährungsfaktoren

Im Bereich der Ernährung gelten folgende Empfehlungen bei der Vorbeugung von Herz-Kreislauferkrankungen:

  • die Aufnahme von gesättigten Fettsäuren aus Milchprodukten (Butter, Rahm, Käse) oder Fleisch und Fleischwaren drastisch einschränken;
  • regelmäßig Fisch und Geflügel essen
  • Getreide, Obst und Gemüse auf den täglichen Speiseplan setzen
  • bei Bluthochdruck Gewicht reduzieren, den Konsum von Alkohol und Salz einschränken und die Kalzium und Kaliumzufuhr erhöhen.

Bewegungsmangel

Sport und Bewegung spielen bei der Vermeidung von Herz-Kreislauferkrankungen eine große Rolle. Je intensiver das Training ist, umso größeren Schutz bietet es vor Krankheit und Tod. Trotzdem genügt bereits ein halbstündiger Spaziergang in zügigem Tempo täglich, um das Herz-Kreislauf-Risiko positiv zu beeinflussen. Wichtig ist das Ausdauertraining, d.h. der aerobe Aspekt.
Ein aktives Leben auch im Alltag rundet diese Empfehlungen ab: zu Fuß gehen, Treppen steigen, im Garten arbeiten, sich handwerklich beschäftigen usw.
Personen über 40, die ein systematisches Training beginnen wollen, sollten sich vorher einem Belastungstest bei einem Kardiologen unterziehen.