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Physikalische und chemische umgebungsfaktoren

Die ASTF bietet ihren Mitgliedern eine Reihe von Messungen zur Bewertung der Qualität der Arbeitsumgebung an. Diese Untersuchungen beziehen sich sowohl auf physikalische als auch auf chemische Faktoren. 

1 - Physikalische Faktoren

Das Wohlbefinden am Arbeitsplatz hängt von zahlreichen Faktoren ab, zu denen auch die thermische Behaglichkeit zählt. Diese kann anhand verschiedener Parameter bewertet werden:

  • Die Raumtemperatur
  • Die relative Luftfeuchtigkeit
  • Die Luftgeschwindigkeit
  • Die Wärmestrahlung

Diese 4 Parameter müssen in Abhängigkeit der physischen Belastung bei der Arbeit und der jeweiligen Kleidung bewertet werden.
Damit ein Mensch seinen Zustand als thermisch behaglich empfindet, muss er eine vernünftige Zahl an Kleidern tragen, ohne dass es ihm zu heiß oder zu kalt wird. Die thermische Behaglichkeit ist sowohl für das Wohlbefinden des Menschen als auch für seine Leistungsfähigkeit wichtig. Sie kann nur erreicht werden, wenn Temperatur, Luftfeuchtigkeit und Luftbewegung sich innerhalb von gewissen Grenzen bewegen, die als „Komfortbereich“ bezeichnet werden. 
In Büros ist es wichtig, für konstante Temperaturverhältnisse zu sorgen. Auch kleinste Abweichungen von diesem Komfortbereich können Stress verursachen und Leistung und Sicherheit beeinträchtigen. Gestresste Mitarbeiter reagieren empfindlicher auf unbehagliche Umgebungsverhältnisse.

Die Raumtemperatur (°C)

Sie muss im Laufe des Arbeitstages konstant bleiben.
Die Arbeitsaufsichtsbehörde (ITM) empfiehlt Mindest- und Höchstwerte (ITM-CL 53.1):

  • Die Mindesttemperatur für Büros liegt bei 20 °C. Diese Mindesttemperatur muss vor jedem Arbeitsbeginn erreicht sein.
  • Die Höchsttemperatur für Arbeitsplätze darf normalerweise bei klimatisierten Räumen 26°C nicht übersteigen.

Der Unterschied zwischen der Außentemperatur und der Innentemperatur von klimatisierten und gekühlten Räumen darf nicht mehr als 8°C betragen, es sei denn dies ist aus technologischen Gründen erforderlich.
Verschiedene derzeit gültige Richtwerte für klimatisierte Räume empfehlen eine Raumtemperatur zwischen 20 und 24 °C im Winter und zwischen 22 und 26 °C im Sommer.

Die relative Luftfeuchtigkeit (%)

Die ITM (ITM-CL 53.1) empfiehlt für Räume, die künstlich belüftet werden, eine relative Luftfeuchtigkeit von mindestens 30 % unter normalen Verhältnissen.
Daneben sollte die relative Luftfeuchtigkeit, abhängig von der jeweiligen Raumtemperatur, gewisse Werte nicht übersteigen:

Temperatur °C

Relative Luftfeuchtigkeit %

20

80

22

70

24

62

26

55

In Luxemburg sind wir in Büros fast nie mit dem Problem einer zu hohen Luftfeuchtigkeit konfrontiert, sondern eher mit dem Gegenteil, nämlich zu trockener Luft. Die relative Luftfeuchtigkeit hängt stark von den äußeren Verhältnissen ab. Die Außenluft ist im Winter viel trockener als im Sommer und durch die Erwärmung der Außenluft wird ihr zusätzlich Feuchtigkeit entzogen.

Wenn die Büroluft zu trocken ist, kann dies bei empfindlichen Menschen Beschwerden wie Schleimhaut- oder Hautreizungen (juckende Augen, das Tragen von Kontaktlinsen ist schwierig, trockener Hals, trockene Nase, Juckreiz usw.) verursachen. Diese Personen können auch für verschiedene Arten von Erkrankungen, insbesondere im Hals, Nasen,- Ohren und Lungenbereich, anfälliger werden.

Luftgeschwindigkeit (M/Sek)

Bei sitzenden Tätigkeiten im Büro sollte die Luftgeschwindigkeit unter 0,15 m/s liegen. Darüber liegende Werte werden als Zugluft empfunden und sind dementsprechend zu vermeiden.
Durch den Wärmeübergangsmechanismus bewirkt hohe Luftgeschwindigkeit eine Herabsetzung der Körpertemperatur. Der Mensch empfindet Kälte, selbst wenn die Raumtemperatur korrekt ist.

Wärmestrahlung

Ein deutlicher Temperaturunterschied der verschiedenen Flächen, die den Menschen umgeben, oder direkte Sonneneinstrahlung begünstigt einen asymmetrischen Strahlungsaustausch mit einzelnen Körperbereichen. So kann zum Beispiel ein kaltes Fenster oder eine warme Decke eine Abkühlung oder Erhitzung verschiedener Körperteile verursachen, die als unangenehm empfunden werden kann.
Die Strahlungstemperatur kann indirekt anhand eines Schwarzkugel-Thermometers gemessen werden.

2 - CHEMISCHE FAKTOREN

Im Bereich der Büroarbeit sind hauptsächlich drei Faktoren zu berücksichtigen:

Der Kohlendioxidanteil (ppm)

Durch diese Messung kann festgestellt werden, ob die Lufterneuerung am Arbeitsplatz ausreichend ist.
In einem Büro erfolgt die Abgabe von Kohlendioxid hauptsächlich durch die ausgeatmete Luft aber auch durch Zigarettenrauch (der normalerweise nicht mehr am Arbeitsplatz vorhanden ist) und Abgase (bei geöffneten Fenstern vor einer verkehrsreichen Straße zum Beispiel).
Hohe CO2-Konzentrationen verursachen Kopfschmerzen, Müdigkeit, Konzentrationsschwierigkeiten. 
Man geht davon aus, dass die Lufterneuerung ausreichend ist falls der gemessene CO2-Wert 800 bis1000 ppm nicht überschreitet.

Der Formaldehydanteil (ppm)

Formaldehyd ist eine gasförmige Substanz, die bei Raumtemperatur stechend riecht und Augen und Atemwege reizt. Formaldehyd kann auch allergische Reaktionen hervorrufen.
Durch seine zahlreichen Nutzungsarten kann Formaldehyd auch in Büros oder Wohnräumen vorhanden sein. Mögliche Quellen sind Möbel, Tapeten, Wandverkleidungen, Spanplatten, Holzplatten, Desinfektions- und Reinigungsmittel, Kosmetika und Tabakrauch. Formaldehyd kann sogar in der Kleidung enthalten sein.
In Innenräumen sollte die Formaldehydkonzentration 0,1 ppm (0,1 Partikel pro Million) nicht überschreiten.
Die wichtigsten Symptome, die durch einen zu hohen Formaldehydanteil verursacht werden, sind Reizungen der Schleimhäute und der Atemwege sowie allergische Reaktionen.

Das Vorhandensein von flüchtigen organischen Verbindungen (VOC)

In Büros ist die VOC-Konzentration in der Regel sehr gering, nach Umbau- oder Renovierungsarbeiten kann ihr Anteil jedoch erhöht sein.
Es gibt sehr verschiedenartige VOC-Quellen.
Flüchtige organische Verbindungen können sowohl qualitativ als auch quantitativ anhand einer 14-tägigen chemischen Absorbierungsuntersuchung gemessen werden.
Die giftigen Auswirkungen der VOC sind sehr unterschiedlich und hängen sowohl von den jeweiligen Verbindungen als auch von der Konzentration ab. Reizungen der Haut, der Schleimhäute, und der Bronchien kommen ebenso vor wie Kopfschmerzen.

Übersichtstabelle:

Messungen

Empfohlene werte

Raumtemperatur

20-26 °C

Relative luftfeuchtigkeit

30-60%

Luftgeschwindigkeit

<0.15 m/sec

CO2-anteil

<800-1000 ppm

Falls Sie zusätzliche Informationen erhalten oder Messungen durchführen lassen möchten, können Sie sich gerne mit uns in Verbindung setzen.